SELECT breite, laenge FROM arc2008 WHERE breite IS NOT NULL AND breite > '' ORDER BY date DESC LIMIT 1


"Viel zu spät begreifen viele
die versäumten Lebensziele:
Freude, Schönheit der Natur,
Gesundheit, Reisen und Kultur.
Darum, Mensch, sei zeitig weise!
Höchste Zeit ist´s: Reise, reise!"

Wilhelm Busch (1832-1908)

Freizeitbeschaeftigung

Thu 27.11.2008 13:56
25°29' N / 26°11 W

Sitze mal wieder vor dem Rechner, diesmal mit heruntergelassener (Öl-)Hose. Die Nacht hat etwas mehr gehalten, als sie gestern abend versprach. Mit zweistelliger Geschwindigkeit (max. 14,5kn) ging es erstmal unter Gennaker die Wellen runter. Der Adrenalinpegel klingelte oben am Glöckchen, ich hatte ein dreistündiges Dauergrinsen im Gesicht, bis der Wachwechsel kam. Nachts um 23:30, Martin und ich waren gerade am Einschlummern, der Ruf von Deck: "Kommt mal hoch, der Gennaker muss runter!". Also wieder raus aus der Koje, im Dunkeln die Klamotten zusammengesucht, Schwimmweste an und raus. Als wir wieder flach lagen, blieben netto noch 1,5h Schlaf. Die andere Wache weckte uns erfreulicherweise etwas später, dennoch darf nicht unerwähnt bleiben, dass ab 02:30 das liebliche Geräusch des Motors in unsere Träume drang. Die Batterien mussten wieder geladen werden und da die Brennstoffzelle höchstens noch als Ganzes im Foyer des Herstellers brennen wird, läuft 2x täglich der Jockel im Leerlauf. 04:00 also wieder an Deck, wo Goff mir gleich das Ruder in die Hand drückt. Auch unter Genua ging es bis 11kn die Wellenkante entlang. Immerhin wussten wir, dass wir nicht alleine sind. Zwischendurch hatte uns eine andere Yacht, vermutlich die Optimx, unter Spi Richtung NW gekreuzt. Langsam wurde es hell, Nike hatte mittlerweile auch mal das Ruder ergriffen gehabt, da war es wieder soweit: Flipperalarm! Das zweite Mal große Sprungshow neben uns. Das Frühstück fiel angesichts der mittlerweile echten Hochseebedingungen eher karg aus und beschränkte sich auf Dinge, die man ständig festhalten kann, z.B. eine Schale Müsli oder ein belegtes Brot. An Tisch decken ist nicht im Entferntesten zu denken, es fliegen schon ausreichend andere Gegenstände oder Lebensmittel (z.B. Hackfleisch) durch die Luft. Zurück zur Segelei. Irgendwie kam ich nicht vom Ruder weg und Goff, Heinz und Franz schlugen erstmal seelenruhig den Spi an, als sie morgens zur Ablösung(!) an Deck kamen. Der Lappen ging hoch und wieder runter, wurde entdreht, wieder hoch, die Leeschot hing über Baum, kam klar, aber in der Zwischenzeit war die Blase schon viermal ums Vorstag getanzt. Ich durfte vom Ruder, ging mit Goff auf's Vorschiff und wir hingen gemeinsam oben am Spi und unten am Lifebelt über Deck. Irgendwann stand dann auch der Spi, wir wieder mit 12kn (wird langweilig, ich weiß) die Wellen runter und dann der laute Knall: Die 14mm Luvschot war mal eben durchgerissen. Alles an Deck, den Spi runter und die Genua wieder ausgerollt. Das ist auch der aktuelle Status. Ich muss wohl nicht hinzufügen, dass der Speedometer immer noch ... ich liebe es. Also: die Passatroute über den Atlantik ist ganz toll, WENN man sie auch segelt und nicht, wie wir, den (hoffentlich) schnelleren Weg über die Nordroute. Diese hier kurz zusammen gefasst: Nasse Klamotten unter (jetzt heruntergelassener) Ölhose, eine Schüssel Nudeln mit Soße von gestern (kalt!), affengeile Segelei und - auch wenn Heinz gerade die Passatroute vermisst: JEDE MENGE SPASS! Falko