SELECT breite, laenge FROM arc2008 WHERE breite IS NOT NULL AND breite > '' ORDER BY date DESC LIMIT 1


"Viel zu spät begreifen viele
die versäumten Lebensziele:
Freude, Schönheit der Natur,
Gesundheit, Reisen und Kultur.
Darum, Mensch, sei zeitig weise!
Höchste Zeit ist´s: Reise, reise!"

Wilhelm Busch (1832-1908)

You can't always get what you want

Tue 02.12.2008 22:48
23°00'06" N / 38°29'33" W

but if you try, sometimes ... - nicht, dass ich den Rolling Stones eine gewisse Lebensweisheit absprechen möchte, aber ich würde zu gerne Mick Jagger und Keith Richards auf diesen schlanken, knapp 14m Metern Yacht mitten auf dem Atlantik erleben, wenn nichts mehr geht. Drama, Drama, Drama, da bin ich mir sicher und aus dieser Perspektive halten wir uns ganz gut. Nike ist zwar heute schon freiwillig von Bord gegangen, hat dann aber doch beschlossen, schnell wieder ans Heck zu schwimmen und die Reise an Borde weiter fortzusetzen. Das es ihr gelang, ist Zeichen genug, ohne ihre Schwimmfähigkeiten schmälern zu wollen. Aus lauter Langeweile fingen wir an, unter Maschine Squalls zu jagen. Squalls sind richtig dicke Haufenwolken, die mitten im blauen Himmel stehen und unter denen es Bindfäden regnet. Sieht aus wie ein Vorhang, der aus der Wolke fällt. Außerdem spricht der Wetterbericht ständig von Böen bis 7 Bft. in der Nähe solcher Squalls. Wir also nichts wie hin, das Deck klariert und die Tassen in den Schrank geräumt. Schoten klar für plötzliche Böen, den Schrubber für den Decksputz fest im Anschlag. Attacke ... ! Fehlanzeige, dass angepeilte Opfer, dessen Wind wir rauben wollten, löste sich vor unseren Augen auf. Die fliegenden Fische vor unserem Bug schienen uns auszulachen. Es gab dann immerhin Salat mit Thunfisch - aus der Dose, weil die Angel uns um weitere 0,5kn bremst und wir irgendwie auf die Westseite des Tiefs kommen müssen. Die Wetterkarte zeigt seit Stunden Südwind an, der aber höchstens durch den Kohl verursacht wird, denn wir gerade als Salat gegessen haben. Da kommen wir auch schon zu unserem heutigen Leserwettbewerb: Wir suchen das Rezept, mit dem auf schmackhafte Art eine möglichst große Menge Kohl zubereitet werden kann. Die spanische Mafia hat uns in Las Palmas nämlich 4 Köpfe Kohl statt der Zwiebeln liefern lassen. Nein, wir haben die Dinger nicht mit großen Zwiebeln verwechselt, sondern keine Zeit mehr gehabt, Reklamationen einzuleiten. Das Gewinnerrezept wird natürlich veröffentlicht. Also zurück zum Südwind, das ist der, den wir brauchen, um wenigstens dem Tief hinterher segeln zu können, wenn wir schon nicht auf die andere Seite kommen. In diesem Moment, kein Scherz, fährt's übrigens gerade los. 5,06kt steht neben mir. Aber vermutlich ist die Show wie immer schnell vorüber, aha, 3,67. Bis ich hier fertig bin ... ja, wie gesagt, no satisfaction hier auf dem Atlantik. Mmmh, hektisches Winschgekurbel über mir, vielleicht gibt's gleich wieder eine Gennaker Setz- und bergeübung. Ich geh mal nachsehen und dann in die Koje. Gestern habe ich schon den Sternenhimmel auswendig gelernt, heute Nacht zähle ich mal Schäfchen. Fortsetzung folgt... Falko (für'n Bild zu faul)