SELECT breite, laenge FROM arc2008 WHERE breite IS NOT NULL AND breite > '' ORDER BY date DESC LIMIT 1


"Viel zu spät begreifen viele
die versäumten Lebensziele:
Freude, Schönheit der Natur,
Gesundheit, Reisen und Kultur.
Darum, Mensch, sei zeitig weise!
Höchste Zeit ist´s: Reise, reise!"

Wilhelm Busch (1832-1908)

Geteiltes Leid ist halbes Leid, geteiltes Bier ...

Fri 05.12.2008 18:31
22°47'30" N / 44°56'70" W

12:00 UTC. Am nordwestlichen Horizont tauchen Segel auf. Eine alte Bekannte, die Optim'x. Vor mehr als 8 Tagen kreuzte sie unseren Kurs von Süd nach Nord, eine nördlichere Route wählend. Nun tauchte auch sie in den Kern des Tiefs ein und hat gewendet, nach Südwesten, in Richtung Sal Lucia segelnd. Die Bedingungen in diesem "Tief" sollten vielleicht näher erläutert werden: Relativ dicht südlich des Kerns herrscht leichter Wind und es ist ziemlich sonnig. In südlichere Breiten rutschend wird es jetzt Tag für Tag wärmer bzw. heißer. Auf der Südroute, die einige recht dicht in Äquatornähe führt, klagt man über die tropische Hitze, ab und an sind wir doch froh, in gemäßigteren Breiten unterwegs zu sein. Der Ausverkauf, die letzte XXX - Phase hat begonnen und aufgrund der erneut leichtwindigen Wettervorhersage steht einiges auf der roten Liste. Gestern gab's schon die letzte Banane (Martin) und die letzte Gurke (alle) im Salat. Die Apfelsinen lassen sich mit einem Blick erfassen und bei allem was man in die Hand nimmt oder isst, fragt man "wieviel haben wir davon noch"? Dann geht die Kalkulation los. Wieviel Tage sind wir noch auf See (nach heutigem Wetter 6-8), wer futtert alles davon und wie war der bisherige Verbrauch? Dann reicht es rechnerisch also noch für X Tage. ---- Ein bisschen später (16:50 UTC). Neuer Optimismus durchströmt die Carpe Diem: 1) Durch penetrantes Anluven ist es Goff gelungen, den Wind um 20° nach rechts zu drücken und wir laufen (mittlerweile auf Bb-Bug) fast Kurs San Lucia. 4,5kn, aber mit Tendenz nach oben. 2) Die Angel ist ausgeworfen und wir rechnen fest mit einem dicken Thun. Nicht, dass es dafür die leisesten Anzeichen gäbe, aber ich sage mir, zum Angeln braucht man vor allem Geduld. 3) Die Milchvorräte scheinen gesichert, was zumindest eine Müsliversorgung sichert, falls dieses wiederum in ausreichender Menge zu finden ist - der Spürtrupp ist unterwegs. 4) Nach diversen Fehlversuchen und experimentellen Schaltkreisen ist es uns gelungen, eine Konfiguration zu finden, mit der zumindest eine Batterie einzeln durch den Hondagenerator geladen werden kann. Wir lassen fast nichts unversucht, um die Energieversorgung zu stabilisieren, nur den Brennstoff-Einzeller ("das Atomkraftwerk") werden wir nicht mehr antasten. 5) Das Wetter ist allerfeinst. Quasi schon karibisch mit geringster Bewölkung, eitel Sonnenschein und freundlichen Temperaturen. ---- Schritt für Schritt geht es aufwärts und wir hoffen und hoffen und hoffen, dass der Wind einigermaßen beständig bleibt, wir morgen die Schoten schricken können und es irgendwann auch nochmal für eines dieser großen bunten Segel (habe den Namen vergessen, hatte irgendeinen Bezug zu diesem mysteriösen äh, Bassard oder so - Wind) mit den vielen Leinen dran, reicht. Bescheidenheit ist eingekehrt. Cheers (mmmmh, noch 6 Dosen Bier für 4 Biertrinker und noch min. 6 Tage). Falko