SELECT breite, laenge FROM arc2008 WHERE breite IS NOT NULL AND breite > '' ORDER BY date DESC LIMIT 1


"Viel zu spät begreifen viele
die versäumten Lebensziele:
Freude, Schönheit der Natur,
Gesundheit, Reisen und Kultur.
Darum, Mensch, sei zeitig weise!
Höchste Zeit ist´s: Reise, reise!"

Wilhelm Busch (1832-1908)

Log 2 von Bord der Carpe Diem

Mon 11.05.2009 19:15
N / W

von Bord der Carpe Diem (nach dem LOG 1 des Skippers, hier LOG 2, diesmal von der CREW) ... zuammenfassend wollte ich schreiben, dass uns diese Regatta alles erfahren lässt, bis auf Regen und Sturm. Seit den vergangenen 30 Minuten haben wir die Erfahrung des Regens auch noch machen können. Wir haben in den vergangenen Tagen von starkem Wind bis Flaute, von brennender Sonne bis klammer Feuchtigkeit, von guter Laune bis gereizter Stimmung, von großen Glücksgefühlen bis seekrankem Leiden alles erleben können. Ich beginne nun aber chronologisch im Anschluss an den rotglühenden Sonnenuntergang des ersten Tages aus Skipper Stefan's LOG 1 mit einem Auszug aus den Highlights: Mit dem Nachmittag begannen wir mit den Wachen; wir teilten uns ersteinmal jeweils zwei Wachen einmal wechselten sich unsere beiden Wachführer Stefan und Freddi ab und Roman und ich (Stefan), da Ralf kurzzeitig -nach dem Adrenalin des fulminanten Spi-Startes- von einer Seekrankheit niedergestreckt wurde. Das Natur- und das Sporterlebnis hielten sich die Waage. Auf der einen Seite war, nach der Beobachtung der am Horizont langsam verschwindenen Inselgruppe British Virgin Islands, das Erlebnis 'Atlantik' enorm. Der (nahezu) Vollmond tauchte alles in ein eigenes Licht, der Wind blies mit ca. 22 Knoten und das Meer wogte mit in entsprechender Dünung. Zusätzlich befand sich bis zu 8000 m Wasser unter unserem Boot. Das war mehr als ich auf der Ostsee gewohnt war. Das Sporterlebnis war weniger poetisch Es bestand aus einem schnellen Schiff, welches super lief aber gegen die viel längeren Schiffe einfach auf diesem Kurs im Nachteil war und einem unbändigen Siegeswillen insbesondere unserer beiden Wachführer, und davon insbesondere eines Wachführers. Wir saßen an Bord und beobachten die anderen Schiffe, mit denen wir uns sportlich die nächsten Tage messen würden und unsere beiden Oberen überlegten sich welche Taktiken uns einen gute Plazierung sichern würde. Von nun an ging es einen geregelten Gang an Bord, der sich nur nach dem Wachplan richtete. Die Bord-Routine wurde erstmalig am Freitag gegen Mittag gestört, als der Wind auf "traurige" 17 kn "absackte", und wir befürchteten, dass ein Boot, welches sich backbord an uns langssam vorbeischob nicht über diesen Größenvorteil verfügte, sondern ohne weiteres in unserer Klasse mitsegelte. Diese Konkurrenz sporte uns (eigentlich in erster Linie Freddi)dermaßen an, um bei dieser "Schwachwindsituation" mit dem kleinen Gennacker der CARPE DIEM noch ein wenig mehr Geschwindigkeitspotential abzuringen. Leider mussten wir nach dieser Aktion einsehen, dass auch die Genua 1 ihren berechtigten Platz an Bord hat und haben entsprechend wieder zurückgewechselt. (Hierbei schon einmal vorab: Es handelte sich bei dem Schiff um ein 9 ft größeres Schiff, also Fehlalarm) Als am Samstag dann der Wind merklich auf 12 kn und dann noch tiefer nachliess gab es ein sportliches Ereignis der ganz besonderen Art an dem wir, die Crew, aber auch Freddi nur am Rande und teilweise auch nur als Zuschauer teilnehmen konnten: "Matchrace mitten auf dem Antlantik". Nachdem wir ersteinmal auf den geringeren Wind mit dem kleineren Gennacker (120m²)reagierten, holte Skipper Stefan den großen Gennacker mit 170 m² heraus. Nachdem wir ihn hochgezogen hatten stellte er sich auf diesem Kurs als extrem schwierig zu steuern heraus. Stefan saß konzentriert am Ruder und bändigte dieses "Mords-Segel". In diesem Moment sahen wir backbord-voraus die Faraway, eine portugische Janneau 49 mit einem orangefarbenen Gennacker. Hier kam der "Mann-gegen-Mann-Kampf". Stefan saß wie in einer Jolle und kämpfte. Das nächste High-Light war dann eigentlich eher ein "Low-Light", nämlich die Flaute gestern Nacht. Dies verlangte von allen insbesondere Nerven. Die Stimmung war am Tiefpunkt angelangt. Mit dem Sonnenaufgang, einem achterlichen Wind von 14 kn kam auch wieder die Freude am Segelsport und ließ alles negative verblassen. Viele Grüße an die Heimgeblieben aus dem Bermuda-Dreick Crew-Stefan P.S.: Die Frage was ist eigentlich das besondere am Bermuda-Dreick war natürlich auch Kanten-Thema