SELECT breite, laenge FROM arc2008 WHERE breite IS NOT NULL AND breite > '' ORDER BY date DESC LIMIT 1


"Viel zu spät begreifen viele
die versäumten Lebensziele:
Freude, Schönheit der Natur,
Gesundheit, Reisen und Kultur.
Darum, Mensch, sei zeitig weise!
Höchste Zeit ist´s: Reise, reise!"

Wilhelm Busch (1832-1908)

Die Vorbereitung

Für eine Atlantiküberquerung benötigt eine Yacht eine spezielle Ausrüstung, die viel umfangreicher ist als die einer Fahrtenyacht, wie man sie normalerweise kennt. Man läuft schließlich nicht nach 2-3 Tagen wieder in einen Hafen ein, wo sich der nächste Wasseranschluss zum Wasserbunkern befindet oder ein Stromanschluss um die Batterien wieder aufzuladen. Im Hafen hat man Internetzugang um den Wetterbericht herunterzuladen, das Handy hat Empfang und mit dem UKW erreicht man Hafenmeister und Segelfreunde. All das fehlt oder ist weit ab vom Land nicht mehr funktionsfähig. Segeln ohne Strom ist fast wie Segeln ohne Wind. Moderne Hochseeyachten sind abhängig von Volt und Ampere. Ohne Strom ist keine Navigation möglich. Man braucht aber die 2 überlebenswichtigen Koordinaten um sich seines Standortes einigermaßen sicher zu sein. Die Koordinaten kommen vom GPS, die Seekarten sind auf Chips gespeichert und können auf Laptop und Plotter eingesehen werden. Eine Navigation mit Sextant nach Sonne und Sternen würden wir im Notfall natürlich auch schaffen, die Ausrüstung hierfür ist jedenfalls an Bord, aber eigentlich ist ohne Strom nix los.

Für Navigation, KW/GW Funkgerät, Satphone, Kühlschrank, Positionslaternen und Innenbeleuchtung brauchen wir durchschnittlich 6 Ampere pro Stunde. Hierfür haben wir eine Brennstoffzelle eingebaut, die uns nahezu geräuschlos mit der notwendigen Grundlast von 150 Ah am Tag versorgt.
Der Wasserbedarf von ca. 10l pro Crewmitglied und Tag für min. 3 Wochen würde jeden Tank sprengen. Deshalb haben wir eine Seewasserentsalzungsanlage mit einem Osmosefilter an Bord, die uns, angetrieben von Pumpe und E-Motor, mit 35l Trinkwasser pro Stunde versorgt. Um den hohen Strombedarf von 40 Ah zu decken muss der Motor über die verstärkte Lichtmaschine den notwendigen Saft für die Anlage liefern.

Auf die Sicherheitsausrüstung haben wir ein besonderes Augenmerk gelegt, denn schließlich wollen wir alle gut in St. Lucia ankommen. Das heißt:

•  für jeden eine automatische Rettungsweste ausgestattet mit Sicherheitsleine, Licht, Trillerpfeife und Spray-Hood
•  eine Rettungsinsel für die gesamte Mannschaft mit Überlebensausrüstung für mehrere Tage
•  Signalmunition
•  Material zur Leckbekämpfung
•  Lenzpumpen
•  Satelliten-EPIRB
•  ein Rettungsring mit Licht und Signalboje
•  eine MOB Rettungsschlinge
•  ein Grab-Bag der alles Wichtige enthält wenn das Schiff verlassen werden muss
•  und noch einiges an Ausrüstung, die wir hoffentlich ganz umsonst mitnehmen, mehr

Um den Kontakt zu anderen Schiffen und zu den Landstationen auch über weite Entfernungen bis nach Deutschland zu halten, haben wir eine KW/GW Funkanlage an Bord. Außerdem empfangen wir hiermit Wetterdaten, die von Wettersendern (z.B. dem Deutschen Wetterdienst in Offenbach) ausgesendet werden. Um die Wetter- und Windkarten auf dem Laptop einzusehen, werden die Daten mit einem speziellen Wetterprogramm decodiert. Ein Iridium Satellitentelefon kann uns jederzeit mit der Heimat verbinden, E-Mails empfangen und versenden, so dass wir nicht ganz von der Welt abgeschnitten sind.

Auch an Deck und Rigg haben wir vieles erneuert und ergänzt. Im Laufe der Überfahrt werden alle Fallen und Schoten einer hohen Beanspruchung unterzogen, deshalb wurden neue Fallen im Mast eingezogen und die Schoten ausgetauscht. Da wir mit stetigem NE-Passat rechnen, benötigen wir vor allem entsprechende Vorwindsegel. Wir haben uns für 2 asymmetrische und einen symmetrischen Spinnaker entschieden. Damit sind wir für alle Windstärken und achterlichen Windeinfallswinkel gut gerüstet.

Das Einkaufen und Bunkern der Lebensmittel steht uns noch bevor, der Speiseplan und die Einkaufsliste sind bereits erstellt. Bei den Mengen an Vorräten die wir für die Überfahrt benötigen wird das Schiff hoffentlich noch mit genügend Freibord aufschwimmen, damit wir dann auch sicher und vermutlich überglücklich unser Ziel erreichen!!!